Aids / HIV im südlichen Afrika

Zahlen und Fakten

Was ist Aids?

Aids ist eine chronische, lebensbedrohliche Erkrankung, die durch das human immunodeficiency virus (HIV) verursacht wird. Das Virus und die Infektion werden HIV genannt. Der Begriff AIDS (acquired immunodeficiency syndrome) bezeichnet ein späteres Stadium der HIV-Infektion.

Wie wirkt das Virus im Körper?

Das Virus schädigt oder zerstört die Zellen der Immunabwehr. Als Folge dieser Schädigung kann der Körper Bakterien, Viren oder Pilze nicht mehr effektiv bekämpfen. Erkrankungen mit Erregern, die einen gesunden Menschen nicht krank machen würden, so genannte opportunistische Infektionen, können bei einem infizierten Menschen schwere, sogar lebensbedrohliche Erkrankungen verursachen.

Wie kann man das Fortschreiten des Virus im Körper verhindern?

Eine Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten kann die Zahl der opportunistischen Infektionen mindern.

Geschichte des Virus

2006 konnte eindeutig bewiesen werden, dass der Ursprung des Erregers bei Schimpansen in Kamerun liegt und danach Übertragungen auf den Menschen stattfanden. Die erste HIV-positive Blutprobe wurde 1959 im Kongo von einem erwachsenen Mann entnommen.

Übertragung des HI-Virus

Am häufigsten erfolgt die Übertragung durch (ungeschützten) Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person. Ebenso kommt es zu Infektionen durch verseuchtes Blut oder verschmutzte Nadeln und Spritzen.
Unbehandelte Mütter können das Virus während der Schwangerschaft, Geburt oder durch das Stillen auf ihr Kind übertragen.

Verbreitung im südlichen Afrika

Von UNAIDS, dem Aids-Bekämpfungsprogramm der Vereinten Nationen, wurden am 20.11.2007 folgende Zahlen veröffentlicht:
In Afrika, südlich der Sahara, lebten im Jahr 2007 22,5 Millionen HIV-Infizierte. Darunter 1,7 Millionen Neu-Infizierte. 1,6 Millionen Menschen starben an Aids.

Der Erreger konnte sich in Afrika und Asien zunächst ungehemmt verbreiten, da die Regierungen das Problem verharmlosten. Selbst im Jahr 2000 stritt der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki die Existenz der Krankheit noch ab.

Prävention durch Aufklärung?

Die Aufklärung der südafrikanischen Bevölkerung kann dazu beitragen, dass die Verbreitung des Virus gestoppt wird und ist daher auch unbedingt notwendig. Sie kann jedoch nicht der einzige Ansatzpunkt sein. Fehlende Aufklärung ist nicht der einzige Grund für die rasche Verbreitung des Virus.

Die Problematik ist vielschichtiger und hängt mit der Situation der Menschen in dieser Gegend ab.
Die Bevölkerung Südafrikas gehört zu den ärmsten der Welt. In vielen Gebieten besteht unter den Betroffenen kein großes Interesse, den eigenen HIV-Status zu kennen und somit andere zu schützen. Ein positives Testergebnis kommt in vielen Gebieten Afrikas einem Todesurteil gleich, da den Betroffenen keinerlei Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Des Weiteren ist AIDS nach wie vor ein Tabuthema und eine Infizierung mit dem Virus führt zu Diskriminierung und Ausgrenzung der Erkrankten. Gleichgültigkeit der Betroffenen hinsichtlich ihres HIV-Statutes und Gleichgültigkeit bezüglich ihres eigenen Lebens sind die wohl größten Probleme des südlichen Afrikas. Den Menschen dort ist oftmals egal, ob ihre Lebenserwartung aufgrund einer chronischen Erkrankung wie Aids um einige Jahre gesenkt ist oder nicht.

Sinnvoll helfen

Die bereits existierenden Kampagnen und Programme, welche die Bevölkerung aufklären sollen, sind wie bereits oben erwähnt, nur ein Teil der Antwort auf das AIDS-Problem. Die Lebenssituation der Menschen im südlichen Afrika zu verbessern und ihnen, ob als Infizierter und Nichtinfizierter Zukunftsperspektiven aufzuzeigen, sollte jedoch das Hauptanliegen sein, denn erst dann, wenn sich die allgemeine Situation der Menschen in diesen Gebieten verbessert hat, sind sie offen für die Aufklärungsarbeit, denn erst dann ist es ihnen auch wichtig eine eigene Infizierung zu vermeiden.