Katutura

Katutura ist ein ehemaliges Township von Windhoek. Der heutige Vorort der Stadt ist in den 1950er Jahren entstanden und bildet heute mit seinen circa 121.000 Einwohnern einen der größten Stadteile Windhoeks.

Der Name „Katutura“ stammt aus der Sprache Ovambo und wird übersetzt als „der Ort, an dem wir nicht leben wollen“.

 

Das Viertel lag zu Beginn mitten in Windhoek. Doch die Stadtverwaltung wollte die schwarze Bevölkerung aus dem Zentrum der Stadt vertreiben und an den Stadtrand siedeln. Die Intention war, aus Windhoek eine „weiße“ Stadt zu machen. Um dieses Ziel zu verwirklichen, entstand am Stadtrand ein völlig neues Gebiet. Dazu gehörten Schulen, Einkaufszentren und riesige Flächen, auf denen Einheitshäuser gebaut wurden. Verwaltungsgemäß wurde Katutura streng nach Stammeszugehörigkeit bevölkert.

Als einige Stammesgruppen, darunter die Ovambo, Herero und Nama, sich nicht umsiedeln lassen wollten, eröffnete die Polizei das Feuer. Die Gefechte forderten mehrere Tote. Die zwangsweise verdrängten Schwarzen nannten Katutura daher „den Platz, an dem wir nicht leben wollen“.

Die soziale Situation des Vorortes hat sich bis heute nicht verändert. Noch immer gleicht Katutura einem Armenviertel. Baracken und mit Wellblech gedeckte Hütten sind keine Seltenheit. Und doch wandern täglich circa 200 Menschen aus dem Umland zu. Durch diese Entwicklungen wächst Katutura immer weiter nach Windhoek hinein, sodass sich die verschiedenen Lebensarten immer mehr vermischen.